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Ivy Blog 26. April 2012 - Ausflug

#1 von Birgit - Admin , 08.05.2012 07:59

Donnerstag, 26. April 2012

Ausflug

Sarina und ich schluerfen gegen halb zehn gemuetlich unseren heissen Instantkaffee (mit viel Milch und Zucker) auf der schattigen Terrasse des Rongairestaurants (auf der sich heute Morgen mal keine Europaeer zum Biertrinken versammelt haben), als Charles vorfaehrt. Puenktlich ist er, sogar fuer deutsche Verhaeltnisse und nicht nur kenianische. Im Schlepptau alle 18 Kinder des Heims sowie eine Hausmutter, alle hinten ins heimeigene Matatu gestopft, damit wir beiden auf der Beifahrerbank Platz haben.

Heute ist ein Ausflug angesagt, finanziert aus Spendengeldern. Wir fahren als allererstes an den Tiwi- oder Congoriver, und ich weiss bis jetzt nicht, was der richtige Name ist. Tolle Baobab-Baeume (die, die so aussehen, als seien sie schwanger) stehen herum und spenden Schatten – doch das Wasser steht tief und dies sowie Wind und Seegang ermoeglichen keine Bootsfahrt auf dem Fluss. Die Kinder warten im Schatten; etwas muede sehen sie aus und weniger lebhaft und froehlich als gestern, bis auf die Kleinste, die wild um mich herumspringt und dann zu Sarina auf den Autositz krabbelt, voellig ohne Scheu.

Wir disponieren schliesslich um und fahren bei Kim4Love, einer Strandbar, an den Strand. Dort handeln wir zu einem guenstigen Preis eine Fahrt mit dem Glasbodenboot auf eine vorgelagerte Sandbank aus. Da Charles geschaeftlich nach Mombasa muss, fahren die Kinder, Hausmutter und wir beiden Freiwilligen alleine los. Der Wind weht schon recht arg, aber zum Glueck ist das Wasser nicht tief und die Wellen koennen sich nicht so arg aufschaukeln, dass ich seekrank werden koennte. Durch den Glasboden kann man den nahen Sandboden beobachten und dann die Grenze zum Riff. Man sieht einige Korallenknoten, Zebrafische, Seetang, Seeigel und anderes Getier, was schon recht huebsch ist. Das Great Barrier Reef ist es nicht – so viele tolle, praechtige Korallen so knapp vor der Kueste gibt es hier, denke ich, nicht. So wie der Bootsfahrer seinen Anker ins Wasser wirft, glaube ich auch zu wissen, warum. Die Kinder jedenfalls starren fasziniert durch das Glasfenster, und Sarina und ich,
die ihnen den Vortritt lassen, geniessen die Brise auf dem Dach des doppelstoeckigen, kleinen Holzbootes. Die Besatzung des Bootes taucht mit Fischfutter unter das Glasfenster, um die Tiere herbeizulochen, und wir koennen die Zebrafische genauer studieren – toll sehen sie aus, richtig gestreift wie Zebras, die Maennchen dazu mit einem gelben Ruecken (ich glaube jedenfalls, dass es die Maennchen sind, den so gut verstehe ich ja immer noch kein Kisuaheli). Inzwischen schwimmen viele schnorchelnde Touristen um das Boot, und wir legen an der Sandbank an. Dort ist eine ganze Weile Pause angesagt. Die Kinder spingen lachend vom Boot in den Sand und von da aus gleich ins flache, wellenfreie Wasser an der geschuetzten Seite der kleinen Insel. Sarina und ich kuemmern uns abwechselnd um die Nichtschwimmerinnen, die andere macht ein paar Bilder, erkundet die Insel oder geht – in meinem Fall – mal kurz mit Maske, aber ohne Schnorchel (bissel eklig) auf Tauchstation. Ich passe auf, dass ich in keinen Seeigel trete, obwohl ich viele sehe, und dazu noch Schwaerme winziger Fische, die durch den Glasboden nicht zu erkennen waren. Unter Wasser fuehle ich mich wohl, waere gern laenger geblieben, kehre aber zurueck zu den Pflichten. Inzwischen haben Touristen “unsere” Kinder entdeckt und kommen zum fotographieren. Ich frage die Kinder, ob ihnen das recht ist, dann fassen sie Vertrauen und lassen sich mit den Touris zusammen ablichten, sehr zu deren Freude. Der Rest plantscht froehlich im Wasser. Die meisten, und alle aelteren, koennen schwimmen. Die Maedels tragen allesamt eine Radlerhose unter den Badeanzuegen, und die aelteren Maedels, die mit schicken Langhaarfrisuren aus den Ferien zurueckgekehrt sind, sehen wie richtige Badenixen aus.

Als der Wind staerker wird und die Kleine beginnt, mit den Zaehnen zu klappern, fahren wir schnell zurueck. Inzwischen ist es etwa halb zwei und wir haben fuer diese Zeit einen Mittagssnack bestellt. Viel gibt die Karte nicht her, also hatten wir uns fuer Pommes Frites, bunten Salat, und je ein Getraenk entschieden. Im oberen Stockwerk der Bar wird fuer unsseine riesige Plastiktafel bereitet. Die offenbar erschoepften Kinder nehmen still daran Platz, warten hoeflich, bis jeder hat. Schon befuerchten wir, wir haetten das Falsche bestellt, doch dann wird doch jeder Teller blitzeblank leergefuttert. Ich fuehle mich an Kindergeburtstage erinnert, an denen wir frueher mit unseren Freunden auch Ausfluege gemacht und dann ungesundes Essen gegessen hatten, und das oefter mal Highlights des Jahres waren.
Nach dem Essen gehen die Kinder an den Strand zum Spielen, und Sarina und ich machen eine kleine Pause im Schatten. Dann verabschieden wir uns zu einem “Spaziergang”. Wir haben noch Geld uebrig und moechten den Kindern noch eine Kleinigkeit kaufen, von der wir hoffen, dass wir sie hier bekommen. Einen kleinen Fussmarsch entfernt durchstoebern wir den naechstbesten Supermarkt und finden einen grossen, 4-Liter-Container Schokoeis, Pappbecker und Plastikloeffel, und kaufen beim Markt vor der Haustuere noch zwanzig Bananen dazu. Den ganzen Kram schmuggeln wir moeglichst schnell (damit nichts schmilzt) zurueck an die Beachbar.

Und endlich grinsen die Kinder richtig! Eine grosse Traube bildet sich um uns, als wir unter Einsatz unseres Lebens (zerkratzte Haende von splitternden Loeffeln undsoweiter) das zum Glueck noch nicht geschmolzene Eis ungeschickt auf 20 Schleckermaeuler aufteilen. Am Ende sind wir alle vollgeschmiert mit Schokolade, aber umgeben mit zufriedenen Gesichtern.
Als uns Charles am Ende des Tages wieder an der Kreuzung absetzt, an der wir uns heute Morgen trafen, hoffen (und glauben) wir, 18 glueckliche Kinder fuer den Abend nach Hause zu verabschieden.

Im Namen der Kinder und uns moechten wir Christine und ihren Spendern ganz herzlich fuer die Ermoeglichung des heutigen Tages danken! Vielen Dank auch fuer das Vertrauen zur Mittelverwaltung in mich. Ich hoffe, wir haben in eurem Sinne gehandelt!


Birgit - Admin

 
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