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‎29.08.2012 Volontärin Annegrets Bericht - Murioki

‎29.08.2012 Volontärin Annegrets Bericht - Murioki

#1 von Bettina , 06.09.2012 22:51

Murioki

Zu seinem ehemaligen Zuhause war es sehr weit. Wir fuhren durch Ukunda und dann immer weiter Richtung Lunga Lunga. Die Gegend war wunderschön nur die Teerstraße wurde immer mehr zur Schlaglochpiste, je näher wir zur tanzanischen Grenze kamen.

Bevor wir Murioki´s Zuhause erreichten hielten wir in Pirani an, einem kleinen Dorf wo Verwandte von ihm ein Hotel...also eine kleine Kantine betrieben. Dort trafen wir seinen älteren Bruder Samson, eine Cousine, welche ein goldenes Kleid trug sowie seinen Onkel und seine Tante. Der Bruder und die Cousine fuhren dann mit uns mit. Wir fuhren erst noch ein Stück auf der Teerstraße weiter und bogen dann nach links auf eine Schotterpiste ab. Diese Piste wurde dann zu einem Weg und schließlich zu einem Trampelpfad. Vor einem Maisfeld ließen wir den Van schließlich stehen und gingen das letzte Stück zur Hütte zu Fuß. Kurze Zeit später erreichten wir die zwei Hütten (eine größere, rechteckige und eine kleine, runde) der Großeltern, doch niemand war da, also warteten wir in dem Schatten von riesigen Baobabbäumen.

Nach einer Weile kam eine der Omis mit einem Picki Picki-fahrer und einem jüngeren Cousin von Murioki angefahren. Wir begrüßten sie und dann erzählten sie eine Weile miteinander. Ich fragte, wie alt sie sei, denn sie hatte keine Zähne mehr und sah schon wirklich sehr alt aus. Sie wusste ihr genaues Alter nicht aber sie sagte, dass sie am Ende des zweiten Weltkrieges bereits Erwachsen war. Dann durfte ich das Lehmhaus ansehen, die größere, rechteckige Hütte. Mittig des Hauses war die Eingangstür, welche in einen schmalen, winzigen Flur führte, von dem wieder nach links und rechts je ein Raum abging. In dem linken Raum stand ein Bett und es war eine Leine gespannt, auf der die Kleidung hing. in dem rechten Raum wurde gekocht, denn da war auch eine Feuerstelle. In dem Haus war es stockdunkel, denn es gab kein Fenster. Der Boden war die Erde und es gab wie immer kein Wasser, Strom oder Toilette im Haus.
Murioki sagte mir, dass in dem kleinen, runden Haus ein Bett sei, in dem der Opa und eine Oma schlafen würde. Er erzählte auch, dass die beiden Omas (da er zwei Frauen hat) sich immer um den Opa zanken würden, und grinste dabei :-)
Wie ich später erfuhr ist die Omi, die wir kennen gelernt haben, Muriokis Großmutter mütterlicher Seits. Seine Eltern sind beide schon gestorben.

Wie sehr leicht zu erkennen war ist der Grund, warum Murioki im TCH ist nicht nur, dass die Eltern gestorben sind, sondern die Armut. Die beiden Hütten waren sehr weit weg von einem Dorf und somit ist es bestimmt sehr schwer für sie, Wasser und Nahrung zu besorgen...und dann ist ja noch die Frage, wie sie es überhaupt bezahlen sollen.
In den 2 Hütten leben derzeit der Opa und die zwei Omas, Muriokis Bruder und eine Tante zusammen.


 
Bettina
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zuletzt bearbeitet 06.09.2012 | Top

   

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