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Ein neuer Bericht von Caro - 28.03.2013

#1 von Bettina , 28.03.2013 18:18

Die letzte Woche war wieder einmal recht ereignisreich. Der Unterricht mit den Klassen 4 bis 7 läuft gut, wenn es auch zwischendurch ein paar Missverständnisse gibt. So haben wir zum Beispiel gedacht, mit Klasse Vier, die laut eines der Deutschschulhefte der Kinder schon sehr Grammatik- und Vokabelbewandert schien, einen kleinen Test zu schreiben um herauszufinden, was von dem ganzen Stoff sie noch behalten haben und was doch lieber eine Wiederholung wert wäre. Dazu schrieben wir zu sämtlichen Themengebieten, die ich mir aus dem Heft kopiert hatte, ein paar Vokabeln und einfache Sätze auf Englisch an die Tafel, die uns die Kinder dann in ihren Heften auf deutsch übersetzen sollten.

Erst gab es großes Gemurmel und die Kinder warfen sich gegenseitig verwirrte Blicke zu, trotzdem versuchten sie ihr Bestes, teilweise eher in kleinen Gruppen als jeder für sich, aber darüber wollten wir hinwegsehen, in der Hoffnung, Ergebnisse zu sehen. Ein paar Minuten vergingen bis sich dann eine Schülerin traute, langsamen Schrittes auf mich zuging und mir ins Ohr flüsterte, dass diese Aufgabe für die Klasse nicht zu bewältigen sei, sie hätten diese Vokabeln alle noch nie gehört. Die Aufklärung erfolgte auf meine Frage, warum sie das nicht mehr konnten, schließlich hatte ich die Vokabeln ja aus einem ihrer Hefte kopiert. Der Junge, der mir wohlwollend in unserer ersten Stunde sein Heft unter die Nase hielt, war nun bereits das zweite mal in Klasse 4 und hatte als einer von Wenigen den ganzen Stoff schon letztes Jahr gelernt. Daraus resultierend schrieben wir für jede Vokabel nun auch die deutsche Übersetzung an die Tafel, die die Kinder eifrig kopierten und sich dafür anschließend, es war ja immerhin ein Test, unbedingt noch ein Rotstift-(Pfui!)-"Good" bei einem von uns abholten.

Letzten Freitag war Bananentag. So machten wir uns in der Frühe auf den Weg zu Ibiza, wo wir von Mama Ndizi (kiswahili Banane), eine Mutter von 2 Schülern, die auf dem Markt Bananen verkauft, 350 von diesen abholen und in die Schule befördern sollten. Eine halbe Ewigkeit zählten wir gemeinsam die Bananen, zwei mal vergaß die gute Frau dabei die 7, macht aber nichts, sie hat uns am Ende nämlich noch ein paar geschenkt. Auf 3 Piki Pikis, die sich preistechnisch erst erweichen ließen, als Mama Ndizi ihnen schilderte, die Bananen seien für 350 Kinder der Schule ihrer beiden Lüdden, machten wir uns auf den Weg und enterten unter lautem Gekreische der Schüler den Schulhof um uns bis vor die Küche vorfahren zu lassen.

Waschen, Schneiden, Legen. Das ganze 350 mal - später gab es dann in der Mittagspause zum Chapati mit Bohnen für jedes Kind als kleines Dessert eine Banane. Die Freude war riesig, manche Kinder versuchten ihr Glück gleich ein zweites mal, bekamen dann von Steve aber ordentlich was zu hören. Die Chapatis in der Schule waren übrigens die Besten, die ich hier je gegessen habe! (Und ich habe schon einige gegessen. Jannik und Benjamin ernähren sich praktisch von ihnen und werden an sämtlichen Chapatiständen eigentlich nur noch mit den Worten begrüßt: "Hey, how many Chapati for today?") Fotos werden selbstverständlich nachgereicht sobald ich mein Kamerakabel in den Händen halte, was wohl spätestens Mitte April hier eintrudeln wird.

Zu meinem und Benjamins Entsetzen gab es dann letzte Woche erstmals einen Sporttag in der Schule. Dazu bewegten sich alle Lehrer, Schüler und sogar einige Stühle und Pulte auf das Feld neben der Schule, um dort in verschiedenen Gruppen gegeneinander zu konkurrieren. Schon beim Aufwärmtraining wurde mir schmerzlich bewusst, dass ich diesen Tag nicht überstehe. Danach ging es ans 100m-Sprinten. Die Schüler wurden nach Klassen und Geschlechtern getrennt und die ersten 3 Schüler pro Team, die es ins Ziel schafften, wurden vermerkt.
Jannik lief mit den Jungs aus Klasse 8, machte dabei keine schlechte Figur, lief wie der Blitz und kam beim 400m-sprint unter lautem Jubeln der Schüler sogar als Zweites ins Ziel. Ich für meinen Teil, wohlwissend, dass ich wahrscheinlich sogar gegen die Mädels aus der dritten Klasse jämmerlich verloren und auf halber Strecke einen Herzkasper gekriegt hätte, habe lediglich ein Versprechen geben müssen: Nächstes mal renn' ich um mein Leben! Für die Vorbereitungen hab ich jetzt 2 Wochen Zeit, ich bin höchstmotiviert...(...). Die Kinder jedenfalls freuen sich schon auf's nächste Mal.

Die neue Rutsche, die letzte Woche betoniert wurde, steht und leistet gute Arbeit. Die Schlange, die sich in jeder Pause hinter ihr bildet ist lang, nie wusste ich, dass auf einer Rutsche wie dieser im Optimalfall bis zu dreißig Kinder auf einmal Platz haben, 3 davon gleichzeitig rutschend und die anderen 27 irgendwo laut kreischend vor Vorfreude zwischen der ersten und letzten Stufe der ca. 1,5 Meter langen Leiter. Ein Bild für die Götter und wirklich eine gute Investition!

Jetzt steht erstmal Ostern und ein langes Wochenende vor der Tür, dass wir mit Sicherheit genießen werden. Euch in Schnee-land ebenso ein frohes Osterfest und bis bald!

 
Bettina
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