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12.05.2013 - ein schöner neuer Bericht von Caro

12.05.2013 - ein schöner neuer Bericht von Caro

#1 von Bettina , 12.05.2013 21:12

Es ist schon ein Weilchen her, dass wir von uns hören liessen.
Ihr müsst um Verzeihung bitten, immerhin waren 3 Wochen Ferien und wir waren ein bisschen unterwegs, die Nachbarschaft und Ukunda erkunden!
2 Wochen davon verbrachte ich größtenteils allein im Appartement, Jannik hat Besuch von seiner Mama und seiner Schwester bekommen und ist vorrübergehend in den Marula Park gezogen. Auch nicht schlecht, mal alleine zu sein und auf dem selbstkonstruierten Sofa (eine Matratze, ein Laken und ein paar zusammengewürfelte Kissen) Ruhe und Frieden zu genießen... als er wieder hier ankam, hat er es mir abgezogen.
Schön, dass er wieder hier ist, mit ihm sind Harmonie und Chaos zurückgekehrt.
Das Wetter hat in den letzten Wochen einen unangenehmen Umschwung gemacht, es regnet viel und ist kalt geworden, die letzten Nächte verbrachte ich mit klammer Jogginghose und Pullover fröstelnd unter meinem Laken. Jannik weiß von nichts, der stellt sich da nicht so an.
Mittwoch war seit langer Zeit der erste trockene Tag.
Die Tage davor waren wettertechnisch ziemlich frustrierend, unser Matschwäscheberg ist in kürzester Zeit um ein Vielfaches in die Höhe gewachsen. An dieser Stelle wollen wir kurz unserem schönen Sonntagmorgenspaziergang gedenken. Wir sind stark alkoholisiert im strömenden Regen, und damit meinen wir, sich in ihrer vollen Wucht über uns herablassenden Wassermassen, von der Hauptstraße den kurzen Weg zu unserem lieblichen, schutzbietenden Appartement gewatet, gerannt, gesprungen, geschwommen... schwungvoll und fast immer in Zimmerlautstärke, und haben trotzdem noch Zeit gefunden, um vor Evas Rostlaube, die sie unfreiwillig den Abend zuvor mitten im Nirgendwo stehen lassen musste, ein paar lebensgefährliche Fotos zu schießen.
Mittwoch hatten wir die erste Gelegenheit, den Wäscheberg auf ein Minimum zu dezimieren, wobei man gestehen muss, dass wir nicht die talentiertesten Dreckswäschevernichter sind.
Mittlerweile kommt bei mir schon so etwas wie Wehmut auf, gute zwei Wochen, bevor ich dieses eindrucksvolle Land wieder verlasse. Nach ein wenig Zeit ist man so vertraut mit dem Lauf der Dinge in Kenia, dass man sich schwer vorstellen kann, wieder in das geregelte, ordentliche Deutschland zurückzukehren, auf Bus und Bahn zu warten und Ärger zu kriegen, sobald man mal 10 Minuten zu spät ist. Es gibt viele Dinge, die ich sehr vermissen werde.
Matatu fahren ist zum Beispiel so eine Sache. Dort verbringt man großartige Minuten, wahrscheinlich Stunden, des Wartens und Tratschens auf sehr geringem Platz, man zieht sich einige Verletzungen zu, hat lustige Begegnungen und macht neue Bekanntschaften. Jeder Mensch sollte einmal Matatu gefahren sein! Das sind Eindrücke, die man in keiner Hamburger S-Bahn gewinnt.

Das Nachtleben erkundet man besser mit einem Piki Piki (Motorbike), jetzt zur Regenzeit trotz des geringen Preises aber eher eine ungünstige Fortbewegungsvariante, die einen so manches mal seine schicke Frisur, sein frisches Make-up (ne, Eva?) oder seine trockenen Klamotten kostet.
Ohne die Absicht, weiterhin über Verkehr philosophieren zu wollen, sollte noch kurz erwähnt werden, dass das Shakatak, eine der wenigen Lokalitäten, die zu dieser Jahreszeit für Touristen und Einheimische speziell am Wochenende ein Anlaufspunkt sind, in diesem Bereich eine Menge zu bieten hat. Jannik war so manches Mal zu meinem Amusement bei dem eher schwierigen Unterfangen zu beobachten, sich ein oder zwei nette Damen vom Halse zu halten. Die Gelegenheit, alleine zu tanzen, ohne, dass sich fremde Körper an einem reiben, ist am Wochenende eher rar, trotz allem haben wir in den Ferien die ein oder andere wundervolle Nacht dort verbringen dürfen.
Wir grüßen Toni, Sarina, Benjamin, Winnie und Caesar.

Nun hat zum Glück vor einer Woche die Schule wieder angefangen. Alles geht seinen geregelten Gang, nach jeweils einer Wiederholungsstunde Deutsch haben wir uns nun endlich einmal an ein wenig deutsche Grammatik herangetraut, für Jannik und mich eher ein heikles Thema, für das Benjamin seiner Zeit zuständig war. Mittwochmorgen um 7 mit zwei Stunden Verspätung kam dann Sebastian hier an. Nach einer kurzen Ankunft, etwas Kaffee und einer sehr kalten Dusche, machten wir uns im Slalom um riesengroße Pfützen und mit der Gefahr im Matsch zu versinken, auf den Weg zur Schule,
wo es von allen eine nette Begrüßung gab. (Aber ganz unter uns, das strahlendste Lächeln gibt es immer aus der Küche! Susan, Steve und Obama sind einfach bezaubernd!)
Im Anschluss haben wir Sebastian den Strand und Ukunda gezeigt, das eingekaufte Dinner hat er dann aber verschlafen.
Jannik und ich kümmern uns weiterhin um den Deutschunterricht, Sebastian hält sich da lieber raus, er ist der Spezialist für Naturwissenschaften und ab Montag dann auch Karate-stunden! Wir sind schon ganz gespannt, Jannik wird morgen als Punching-ball zur Verfügung stehen, ich beschränke mich wohl eher auf`s Fotos machen.
Jetzt, da wir am Freitag die schönsten, ausgewählten Fotos neben dem Büro aufgehängt haben, wollen sich auch alle fotografieren lassen, selbst Lehrerinnen und Kinder, die vorher eher skeptisch auf meine ständige Fotografiererei reagiert haben, schmeißen sich für mich in Pose. Das wird also nicht das einzige Fotoposter gewesen sein, weitere werden folgen, damit sich hoffentlich jeder auf mindestens einem Bild wiederfindet.

Für die nächste Woche stehen Bananentag Nummer 2, Karate und ein Malwettbewerb auf dem Programm. Das Thema lautet: “Malt ein Portrait von Headteacher Josek“, der gute stellt sich mit seinem schönsten Lächeln dafür zur Verfügung, das beste Portrait bekommt einen Preis von ihm.

Wir vermissen die sz-Taste wirklich ungemein und verabschieden uns mit diesen Worten in unseren Sonntagabend. Heute gibt es Nudeln mit Nudeln, eine der deliziösesten Speisen, die wir im Stande sind, zu kochen.

Kwaheri, Alamsiki, Auf Wiedersehen, Gute Nacht.

 
Bettina
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