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Sonjas Bericht am 17.7.2013

#1 von Birgit - Admin , 17.07.2013 08:08

Nun sind wieder einige Tage vergangen und es wird Zeit für einen neuen Bericht. Als Nachtrag zum letzten soll unser Ausflug zu den Shimba Hills erwähnt werden. Am Mittwochnachmittag fuhren wir mit einer Reisegruppe zu einem Ausguck, von dem aus gesehen man die gesamten Hills überblicken konnte. Die Aussicht war atemberaubend! Selbstverständlich wurden die Kameras gezückt und fleißig Bilder gemacht, normale sowie „Spaßbilder“ (Grimassen erwünscht, je schräger, desto besser). Es war hell, als wir ankamen und dunkel als wir gingen, entsprechend erlebten wir dort auch den Sonnenuntergang. Man spricht immer von so Momenten, die man erlebt haben muss, und ein Sonnenuntergang in den Shimba Hills gehört für mich persönlich definitiv dazu! Gut, dass wir das in ein bis zwei Wochen noch einmal machen werden.
Dass wir solch nette Aktionen machen, muss sich schnell herumgesprochen haben, denn seitdem haben wir einen rapiden Zuwachs unserer Gruppe erlebt. Inzwischen bestehen wir nicht mehr aus 6 Mitgliedern sondern aus 10. Eines dieser Mitglieder ist Annika, die neue Volontärin. Doch zu ihr später ein paar Sätze mehr. Die anderen 3 heißen Igor, Gudrun und Fritz. Sie gehören zur Gattung Katze und wohnen mehr oder weniger bei uns. Sie schlafen (auf uns oder draußen ist ihnen relativ egal) und fressen – gern auch die Haare vom Kopf...Da man sie ja auch nicht alle entfernen kann, haben wir auch begonnen, die Weberknechte zu zählen und ihnen Namen zu geben. Chantal, Schorschl, Harribert und Hermine sind nur ein paar der Namen.
Von der chronologischen Reihenfolge passt es zwar nicht, aber thematisch. Unser letzter Zuwachs ist Annika. Sie kam heute Morgen mit dem Flieger und wird 6 Wochen bleiben. Auch sie wird lernen müssen, dass im Moment Ramadan herrscht und dadurch die Nacht für nicht sehr tief Schlafende durch den feierlichen morgendlichen Gesang geweckt werden…Es sei denn, sie schläft fest..Nun sind wir 7 Menschen, 3 Katzen und unzählige Spinnentiere und leben mehr oder weniger untereinander recht harmonisch zusammen, obwohl die Spinnentiere inzwischen beschlossen haben müssen uns aus dem Weg zu gehen. Keine Ahnung, wieso…Es sollte ihnen doch gefallen, dass wir Menschen immer klatschen, wenn sie vorbei kommen…?
Eine interessante Erfahrung, die ich in den nächsten Tagen aber eher nicht mehr so gern erleben möchte ist ein Besuch eines kenianischen Marktes und seiner „Fußgängerzone“. Diese ist schon ohnehin nicht besonders breit und trotzdem fahren Piki-Pikis hindurch und hupen, was das Zeug hält, wenn man nicht schnell genug aus dem Weg geht. Das ist echt nervig und macht bei ständiger Wiederholung in kurzen Abständen aggressiv – mich zumindest, da Geduld von vielleicht zwei Sekunden offenbar nicht vorhanden ist. Des Weiteren ist es sehr abwechslungsreich, selber einmal aufzufallen, denn inmitten von dunkelhäutigen Menschen wird man als M’zungu (Weißer) natürlich sofort gesehen. Auch hier auf dem Markt sind die Reaktionen der Einheimischen genauso wie im vorangegangenen Bericht beschrieben: unterschiedlich. Kinder und Jugendliche rufen nach wie vor „Djambo!“ und lächeln, die Mehrheit der Erwachsenen folgt (möglicherweise auch aus wirtschaftlichen Gründen, da man so vielleicht Interesse an ihrem Geschäft bekommt, aber auch diejenigen, die mit über den Markt schlendern, grüßen durchaus gern). Nach wie vor gibt es aber auch skeptische und vereinzelt auch verachtende Blicke. Gott sei Dank bleibt es dabei und es sind auch verschwindend wenige – in dem Meer der sonst doch ganz positiven Reaktionen fallen sie dennoch auf. Und wer will es ihnen verdenken, wenn man bedenkt, was in (längerer) Vergangenheit geschehen ist und immer noch passiert. Als eines von mehreren Stichworten sei nur Rassismus genannt. Doch hier sind wir nun die Außenseiter und das ist eine ganz eigene Situation. Grenzwertig ist auch der Geruch. Überall auf dem Weg liegt Müll, sofern er nicht gerade als Zundmaterial für ein offenes Feuer dient. Davon abgesehen ist dieser Markt für Menschen, die ein Faible für (afrikanische) Mode haben lohnenswert, da es verschiedenste Stände gibt. Auch Obst – und Gemüsefans kommen nicht zu kurz, da auch dies offen angeboten wird. Zu beiden Gruppen gehöre ich zwar nicht, dennoch war es auch für mich eine nette Erfahrung – obwohl ich sie wie erwähnt so schnell nicht wiederholen möchte.
Am Wochenende stand dann ein weiterer Besuch des Diani Beach auf dem Programm. Leider erwischten wir eine Ebbeperiode, sodass wir zunächst ein schattiges Plätzchen suchten – ein Fehler. Kaum hatten wir uns niedergelassen, wurden wir von Kenianern belagert, die Geschäfte machen wollten. Sie sprachen auch Deutsch, doch irgendwie muss ihnen trotzdem das Wissen abhanden gekommen sein, dass „Nein, danke!“ nicht „Red weiter, wir haben Interesse.“ heißt. Gerade, als es uns zu bunt wurde und wir wirklich energischer werden wollten, schienen sie es dann doch verstanden zu haben und ließen uns in Ruhe. Um uns für zukünftige Belästigungen zu wappnen, lernten wir „Akuna Pesa. Akuna Biasara (Kein Geld. Keine Geschäfte).“ Sollte das nicht funktionieren haben wir uns überlegt, die ultimative Methode anzuwenden und ihnen selbst etwas andrehen zu wollen. Wir werden ihnen dann so lange die Ohren voll preisen und notfalls hinterher laufen, bis sie uns Geld geben, damit wir sie in Ruhe lassen. So sollte es doch funktionieren, dass man am Strand halbwegs seine Ruhe haben kann.
Damit in den nächsten Jahren keine weiteren Verständigungsprobleme zwischen Kenianern und deutschsprachigen Ausländern auftreten, werden wir im Deutschunterricht nun unseren Beitrag leisten. Da kein Lehrplan vorhanden ist, stellte sich heraus, dass das gar nicht so einfach ist, da zwischen den Klassen, aber auch innerhalb dieser das Lernniveau total unterschiedlich ist. Den Unterricht im Vorhinein zu organisieren ist nur bedingt möglich, aber man gewöhnt sich schnell daran und an Themengebieten mangelt es ja nicht. Um trotzdem ein wenig Struktur hineinzubekommen, trotz Fehlens eines Lehrplans, entstand die Idee, an deutschen Schulen zu fragen, ob sie nicht Englischbücher zur Verfügung stellen können. Sie haben den großen Vorteil, dass es vorne abgegrenzte „Units“, Lektionen, gibt, die Stück für Stück die Grammatik erklären und beibringen und mit einem eigenen Vokabular im hinteren Teil des Buches das Lernen für die Schüler und auch das Unterrichten wesentlich einfacher gestalten würden. Denn Englisch müssen wir alle sowieso sprechen und ob Volontäre nun vom Englischen aus die deutsche Grammatik erklären oder von einem zugegebenermaßen nicht immer qualitativ hochwertigen Deutschlernbuch – übersetzen und erklären muss man nun mal. Viele Schulen sortieren durch das neue Schulsystem viele Bücher aus – es gäbe also die Möglichkeit, diese Idee eventuell zu verfolgen.
Heute erfolgte dann auch der erste Spatenstich zur Anlage eines Blumenbeetes auf dem Schulgelände. Mithilfe einer Grundrisszeichnung und darauf markierten Stellen und Längen, Abmessungen, etc. begannen wir unsere Arbeit. Schnell merkten wir, dass Handschuhe echter Luxus sind, den wir in Kenia aber nicht haben. So bildeten sich erste kleine Blasen, ehe wir Tape kaufen konnten um damit unsere Haut zu schützen. Der Graben wird morgen, spätestens übermorgen fertiggestellt sein – dann müssen die Pflanzen in die Erde. Samen funktionieren nicht, da die Erde dafür nicht brauchbar ist, junge Pflanzen dagegen besitzen bereits ein eigenes Wurzelwerk und können dadurch weiter wachsen. Mir persönlich bereitet diese Arbeit unglaublichen Spaß, obwohl sie hart und schweißtreibend ist. Nichtsdestotrotz denke ich, dass das Ergebnis sehenswert sein wird.
Außerdem wurden Fotos von Schulkindern ohne Paten gemacht, damit im Zuge der gestarteten Werbeaktion des Vereins Anfragen unterstützt werden können. Mithilfe von Rosé und Mr. Joseck gelang das reibungslos ??? und relativ schnell. ???
Doch von kommenden Fortschritten und Ereignissen im nächsten Bericht mehr…


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Sonjas Bericht vom 23.7.2013
Sonja - 12. Juli 2013

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