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Bericht von Verena

#1 von Bettina , 18.10.2013 17:54

So, mehr als drei Wochen ist es nun her, dass Dana und ich im, uns inzwischen heimisch gewordenen, Kenia angekommen sind. Der Kultur- und Klimaschock saß tief in den Stunden nach der Ankunft am Flughafen Mombasa, doch die unglaubliche Gastfreundschaft und das herzliche Klima an der Diani Busara Junior School lassen Heimweh gar nicht erst aufkommen – ganz im Gegenteil: So langsam bekommen wir das Gefühl, hier eine tolle neue Heimat gefunden zu haben!

Doch ich möchte ganz von vorn beginnen, zu erzählen. Vom ersten Schultag, von der Küchencrew und von all den wissbegierigen Kindern, die ebenfalls ein wichtiger Teil meiner neuen Heimat geworden sind.
Nun, zuerst einmal zu meiner Person: Ich bin Verena und bis Ende November gemeinsam mit Dana Volontärin an der Diani Busara Junior School. Drei Monate, das war uns bereits von Vornherein klar, voller neuer Herausforderungen und Erlebnisse. Als Abiturientinnen möchten wir die SchülerInnen von uns profitieren lassen – und zwar in Form von Deutschunterricht und anderen Angeboten an der Diani Busara Junior School.

Das erste Mal den Schulweg zu gehen, war bereits ein Erlebnis. Ausgetretene Pfade führen vorbei an Lehmhütten, kleinen Läden, Bauruinen und mitten hinein in den grünen Teil Ukundas. Kühe, Ziegen, Hühner und Katzen sind stetige Wegbegleiter und anfangs gewöhnungsbedürftig. Der erste Schultag war viel mehr als „Gewöhnung“. Es war ein großes Begrüßt-Werden, ein Kennenlernen und ein Ausloten: Welche Rolle spielen Dana und ich an der Schule? In welchen Klassen können wir was tun und wie sind die Kinder drauf? Doch die warmherzige Begrüßung von allen Seiten und besonders auch von Steve, Obama und Susan, der dreiköpfigen Küchencrew, ließ bereits eine entspannte Atmosphäre erahnen. Hakuna Matata- kein Problem. Pole pole - immer langsam. Und so lernten wir bereits am ersten Tag die kenianische Lebenseinstellung kennen und lieben. Joseck, der Headteacher, begrüßte uns ebenfalls sehr freundlich und übergab uns den Stundenplan für den Deutschunterricht: Klasse 3 bis 7 erhalten nun zwei Stunden Deutschunterricht in der Woche – und zwar aus erster Hand, dank uns Muttersprachlerinnen! Die Freude der Kinder ist groß, auch wenn sich die Euphorie im alltäglichen Unterricht inzwischen teilweise in pubertierende Keine-Lust-Laune gewandelt hat, die gelegentlichen Aufmunterungen zum Lernen bedarf – afrikanische SchülerInnen sind eben auch ganz normale Kinder. Den Freiraum, den man als Volontärin im Hinblick auf die Unterrichtsgestaltung genießt, macht übrigens Spaß und lässt viel Kreativität zu! Rufe aus der Klasse, wie „Teacher, teach us!“, die mich gelegentlich beim Betreten des Klassenraums erreichen, können nicht anders – sie zaubern mir ein Lächeln auf die Lippen.

Auch das Kennenlernen der deutschen Vereinsvorstände und einiger Mitglieder im Laufe der Woche ab dem ersten September war durchgehend positiv. Zum ersten Mal lernten Dana und ich jene guten Seelen kennen, die die Schule ins Leben gerufen haben und den SchülerInnen mit dem Bau der Schule einen guten Bildungsstandard und zwei geregelte Mahlzeiten am Tag ermöglichen. Immer wieder wird Dana und mir klar, wie wertvoll solche, in Deutschland gering geschätzten, Dinge hier sind und wie sehr man sich hier auch über Kleinigkeiten freut. Dementsprechend war die Freude groß bei Joseck, dem ich mein ausrangiertes, internetfähiges Smartphone vermacht habe. Und auch die Buntstifte, die Dana und ich im Rahmen unserer vor drei Wochen ins Leben gerufenen, jeden Mittwoch stattfindenden Kunst-AG an einige SchülerInnen verteilen, lösen stets helle Begeisterung aus bei jenen, die sie benutzen dürfen – Neid hingegen bei jenen, die nicht in diesen Genuss kommen. Ebenso gut kommt auch der Erste Hilfe Kurs an, den wir ebenfalls seit drei Wochen für die Klasse 7 geben. Interessierte Fragen, wie: „Warum muss der Mund bei der stabilen Seitenlage geöffnet sein?“ überhäufen sich und bringen uns jedoch glücklicherweise (noch) nicht in Erklärungsnot – zeigen uns aber, wie groß das Interesse ist!

Doch der Alltag hier, nahe des Diani Beach, besteht nicht nur aus Unterricht und all den Kindern, die „Jambo“- rufend in jeder Pause auf uns zu stürmen. Auch außerhalb vom Schulgelände findet man als Volontärin Beschäftigung. Bisher haben Dana und ich bereits eine Zweitagessafari gemacht (und nebenbei auch noch zwei andere Volontärinnen kennengelernt), „Kochunterricht“ bei Susan genommen und einen Tag mit Obama in der Kirche verbracht. Kenia nicht nur von der touristischen Seite kennenzulernen, ist wirklich etwas Besonderes, was man vielleicht nur als VolontärIn erleben darf. Die Erfahrung, an einem kenianischen Gottesdienst teilzunehmen, hingegen, hätten wir allerdings und zugegebenermaßen, wenn es nach uns gegangen wäre, bereits nach einer Stunde gerne abgebrochen. Vier Stunden ekstatisches Springen, Tanzen und Schwitzen war dann doch ein klein wenig zu viel für uns.

Im Großen und Ganzen waren die ersten drei Wochen unserer drei Monate hier in Ukunda bereits eine Erfahrung, die ich um keinen Preis missen möchte. Im Volontärhaus kann man sich einfach nur wohl fühlen und die afrikanische Uhr tickt ganz so, wie es mir am Besten gefällt.
Dana und ich freuen uns nun auf all die Erfahrungen, die wir noch machen werden und auf die Zeit, die wir hier in Kenia und an der Diani Busara Junior School noch verbringen können.
Unserer Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt – mit Sicherheit berichten wir also auch in Zukunft wieder Spannendes aus dem schönen Kenia!

 
Bettina
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RE: Bericht von Verena

#2 von Birgit - Admin , 23.10.2013 10:43

Danke, Bettina fürs Einstellen!


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