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Berichte von unseren Volontären » Jannike berichtet

Jannike berichtet

#1 von Ines , 16.03.2016 12:42

Wochenbericht Diani Busara Junior School
09.03.16 – 15.03.16
Jannike

Die erste Woche in Kenia verging wie im Flug. Ich wurde herzlich von allen hier empfangen - zu allererst von Lisa, die mich netterweise am Flughafen zusammen mit Moses abholte. Wir sind beide sehr froh, dass wir uns von Anfang an gut verstanden haben und das Zusammenleben so gut funktioniert. Am zweiten Tag ging es dann in die Schule, den Trampelpfad zwischen den vielen kleinen Steinhäusern entlang. Aus allen Ecken hörte man Kinder und auch Erwachsene „Jambo“ rufen, wir riefen zurück. Auf dem Schulgelände kam uns direkt Mr. Githua entgegen und umarmte mich herzlich. Ich habe noch nie so oft an einem Tag das Wort welcome gehört und mich direkt wohl gefühlt.
Die Arbeit an der Schule macht Spaß. Das Helfen in der Küche nimmt dabei die meiste Zeit ein. Die Küchencrew ist ein super Team und das Schnippeln des Gemüses und Abwaschen der Becher und Teller ist eine erstaunlich angenehme Beschäftigung. Man tut etwas Sinnvolles und macht so viele Kinder damit glücklich. Da daraufhin schon das Wochenende nahte, war der Montag dann der erste Tag, an dem ich, zusammen mit Lisa, deutsch unterrichtete. Die Zeit ging so schnell um und die Kinder haben brav mitgemacht. In der dritten Klasse haben wir (schon fast nach alter Tradition) ihnen das Lied der Jahresuhr beigebracht. Lisa hat die Woche davor schon die Monate durchgenommen, sodass es perfekt in den Lehrplan passte. Das Singen hat den Kindern sichtlich Freude bereitet und ich war begeistert und hoffe es geht genauso weiter.
Das Wochenende nutzten wir vor allem zur Entspannung. Netterweise durften wir am Freitag schon mittags die Schule verlassen, da Lisa Geburtstag hatte und gerne an den Strand wollte. Ich war fasziniert von den intensiven Farben, die mich dort erwarteten. Außerdem genoss ich die frische Brise, die die dauerhafte Hitze für eine Weile erträglich machte. Gegen Abend setzten wir uns ins fourty thieves und ließen dort den besonderen Tag mit leckeren Getränken ausklingen. Da für den Samstag nichts weiter geplant war, fuhren wir zusammen mit Florence, der Tochter der Köchin Susan, die unsere Nachbarin ist, wieder an den Strand. Am Sonntag gingen wir in die Kirche und am Nachmittag machten wir einen langen Spaziergang bis zum Strand und ein Stück wieder zurück. Auch, wenn die Hitze ungewohnt und anstrengend ist, ist es schön die Gegend zu Fuß zu erkunden und ein Gefühl für die Menschen, das Land und die Lebensweise zu bekommen. Das meiste, was man hier sieht, ist völlig anders als das Leben in Deutschland. Dennoch kam mir in der vergangenen Woche fast täglich das Wort „dankbar“ in den Kopf. Die Menschen hier wissen das was sie haben, sehr zu schätzen. Auch ich habe das Gefühl diese Wertschätzung hier zu lernen, oder mir wenigstens bewusster zu machen, was ich im Leben habe, wofür ich dankbar sein sollte.
Ich bin sehr gespannt, was ich in den kommenden Wochen noch erleben darf. Ich blicke ihnen freudig entgegen!


Ines  
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zuletzt bearbeitet 06.04.2016 | Top

RE: Jannike berichtet 09.03.16 – 15.03.16

#2 von Ines , 06.04.2016 09:51

Deutschunterricht mit unseren Volontärinnen

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RE: Jannike berichtet 09.03.16 – 15.03.16

#3 von Ines , 06.04.2016 11:31

Wochenbericht Diani Busara Junior School
23.03.16 – 29.03.16

Jannike

Meine dritte Woche in Kenia begann damit, dass Lisa krank wurde und wir gemeinsam einen Arzt aufsuchen mussten. Ihre Symptome waren für europäische Verhältnisse eher grippe- oder erkältungsähnlich. Da man hier ja aber doch sehr leicht mit schwerwiegenderen Krankheiten konfrontiert wird, wollte sie auf Nummer sicher gehen und sich durchchecken lassen. Wir waren wirklich froh, dass sich Bettina an dem Morgen kurz an der Schule befand und Lisa einen guten Tipp für einen Arzt geben konnte. Dort angekommen bekamen wir schnell ein gutes Gefühl, Lisa wurde bald aufgerufen und komplett durchgecheckt, inklusive Bluttest. Lediglich ein Virusinfekt konnte festgestellt werden, der jedoch mit Antibiotika schnell behoben sein würde. Beruhigt fuhren wir zurück zu Schule und die Woche nahm ihren Lauf.

Am Donnerstag schrieb die dritte Klasse das Deutschexamen, was wir daraufhin direkt korrigierten. Leider waren die Ergebnisse eher enttäuschend, aber für die kurze Zeit, die sie mit der Sprache in Verbindung gekommen sind, ist es wohl in Ordnung. Das Sprechen ist mir persönlich auch wichtiger, als das Schreiben der Sprache und durch das Jahresuhr Lied hoffe ich, dass ihnen wenigstens ein paar deutsche Wörter im Kopf bleiben werden.

Für den Einstieg ins lange Osterwochenende stand für mich die Safari im Tsavo East an. Freitag wurde ich pünktlich um 6:30 Uhr von der Hauptstraße abgeholt. Es war komisch mal so ganz allein ohne Lisa unterwegs zu sein. Als wir aber eine britische Großmutter mit ihrem 9-jährigen Enkelsohn aufsammelten, konnte man sich schon wieder austauschen und ich genoss die Fahrt. Nach guten vier Stunden kamen wir an, und darüber war ich dann auch froh. Die Straßenverhältnisse sind doch gewöhnungsbedürftig. Nachdem das Dach des Vans geöffnet wurde ging es los zum ersten Game Drive bis zum Mittagessen in der Lodge. Natürlich waren wir ganz aufgeregt, als wir die ersten Tiere sahen, wenn auch in weiter Ferne. Das Hotel war schön und mal eine sehr sehr angenehme Abwechslung zum Volontärshaus. Ich genoss den Luxus dort fast genauso sehr wie die Safari selbst. Beim abendlichen Game Drive sahen wir noch viele weitere Elefanten und das Licht war wunderschön in Verbindung mit den Bergen und dem roten Sand. Bei der Fahrt früh am nächsten Morgen sahen wir dann sogar noch einen Leoparden, ein Nilpferd und Löwen. Es war perfekt. Auf der Rückfahrt nach Ukunda packte mich dann die Müdigkeit und wie im Fluge kamen wir wieder in der städtischen Hitze an, die ich schon wieder erfolgreich verdrängt hatte.

Am Sonntag nach einer frühen Nacht und einem Ausflug zum Markt trafen wir Antonis Alexakis. Wir wurden eingeladen verbrachten einen wunderbaren Ostertag mit Birgit, Christina und ihm. Schöner hätte es nicht sein können. Durch mein frühes Aufstehen die vorherigen Tage kam ich auf die Idee vor meiner Abreise noch einmal den Sonnenaufgang am Strand anzusehen. Lisa war leicht dafür zu begeistern und der Ostermontag bot sich wunderbar dafür an. Es hat sich wirklich gelohnt und wir hatten einen sehr langen schönen Tag am Strand. Am 40thieves trafen wir sogar andere deutsche, die derzeit im Backpackers wohnen und 2013 ein einjähriges Volontariat in Kenia verbracht haben. Sie hatten schockierende und spannende Geschichten zu erzählen und es war schön sich mal mit Gleichaltrigen über die Erfahrungen hier auszutauschen. Nach einem langen Fußmarsch bis hoch nach Ukunda waren wir dann wirklich mit den Kräften am Ende und genossen eine frühe Nacht.
Am Dienstag ging es wieder in die Schule. Wir merkten beide, dass es uns mehr forderte den ganzen Tag über konzentriert und präsent zu bleiben, nachdem man so viele Tage aus dem Schulalltag raus war. Es kam uns ganz recht, Birgit und Bettina das neue Volontärshaus zu zeigen und danach von ihnen in die Büchereiarbeit eingewiesen zu werden. Es gab viel zu kleben und zu beschriften. Damit werden wir noch ein paar Tage beschäftigt sein, nachdem die Aufsicht bei den Examen und die Korrekturen der Deutschprüfungen durch sind.

PS.: Wegen eines unerfreulichen Stromausfalls gestern Abend kommen die Berichte etwas verzögert. Ich werde mir merken bei diesem Stromnetz in Zukunft immer mehrmals zwischen zu speichern!

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RE: Jannike berichtet 09.03.16 – 15.03.16

#4 von Ines , 08.04.2016 08:26

Jannikes 4. Wochenbericht Diani Busara Junior School
20.03.16 – 05.04.16

Meine letzte Woche in Kenia stand bevor. Ein komisches Gefühl, denn einerseits hat sich im Laufe der Zeit ein Alltag eingeschlichen, an den man sich gut gewöhnt hat. Auch die Menschen sind einem so vertraut geworden, dass man sich gar nicht vorstellen kann, das alles einfach wieder zurückzulassen. Auf der anderen Seite muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich schon sehr freue meine Form von „Normalität“ wieder zu haben. Denn es gibt schon einige Dinge, die hier auf Dauer wirklich schwierig sind, wie die Hitze, die Stromausfälle oder die doch immer wiederkehrenden Magenprobleme. Auch, wenn meine Familie es mir nicht glaubt, freue ich mich auf die Kälte in Deutschland.
In der Schule liefen die letzten Tage die Examen und Lisa und ich wurden für die Aufsicht eingeteilt. Ich saß in der siebten Klasse, die wirklich äußerst diszipliniert war, während sie erst Mathe, dann Englisch, und an einem anderen Tag Naturwissenschaften schrieben. Das Deutsch Examen für die vierte, fünfte und sechste Klasse lief am Dienstag, und wenn wir keine Aufsicht hatten korrigierten wir. Die Ergebnisse waren eher mäßig, aber wie ich bereits im letzten Bericht schrieb, ist es mir wichtiger, dass sie ein paar Wörter im Kopf behalten, als die Artikel richtig zuzuordnen oder die Punkte auf das ä oder ü zu setzen. Eine Schülerin hat sogar 94% erreicht, was Lisa und mich wirklich sehr gefreut hat, denn es gab auch einen Schüler mit 0%. Am Donnerstag haben wir uns SEHR über die neuen Töpfe, das scharfe große Messer, den Wasserkocher und den Spiegel für das Volontärshaus gefreut, die Birgit für uns besorgt hat. Wir machten uns mit Regine kurz auf den Weg, um die Sachen direkt hinzubringen und zeigten ihr bei der Gelegenheit auch das Haus. Es war schön während der Zeit so viele Mitglieder des Vereins kennenzulernen. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut sie sich hier engagieren und wie liebevoll sie sich um die Kinder hier kümmern.
Mein letztes Wochenende in Kenia habe ich dann so gut es ging genossen. Am Freitag kamen wir extra früh in die Schule, um am Nachmittag genug Zeit zu haben, um zum Strand zu gehen. Wir probierten einen neuen Weg aus (nicht die Hauptstraßen am Naivas und Nakomatt entlang, sondern querfeldein am Airstrip entlang), der wirklich schön war und zu Fuß leicht zu bewältigen. Auch am Samstag ging es vormittags wieder an den Strand, bevor wir zu Birgit und Regine gingen, um uns von der Familie Alexakis zu verabschieden, die abends wieder nach Deutschland flog. Es war ein wirklich schöner Nachmittag mit viel Kuchen und interessanten Geschichten. Vielen Dank nochmal dafür, es war mir wirklich eine große Freude euch alle kennenzulernen und ich hoffe, wir sehen uns wieder!
Am Sonntag sind wir ein letztes mal in die Kirche gegangen. Das war schön und wirklich besonders, da ich am Ende des Gottesdienstes nach vorne gebeten wurde und die Gemeinde für mich gebetet hat. Das hat mich wirklich gerührt und mir wieder gezeigt, was für tolle, herzliche Menschen die Kenianer sind. An meinem letzten Tag am Strand haben Lisa und ich uns dann beide ein Henna-Tattoo auf die Hand malen lassen und ich habe mir zusätzlich ein paar „lines“ über den halben Kopf flechten lassen. So trage ich ein bisschen Kenia mit mir nach Hause.
Der Montag und Dienstag in der Schule fühlten sich dann sehr komisch an. Ich wollte alles noch ein letztes Mal machen, sehen und essen und mit allen Leuten sprechen und ihnen sagen, wie toll sie sind und mich vor allem bei ihnen bedanken. Allen voraus Mr. Githua, der einen wunderbaren Job macht und ohne den die Schule nicht wäre, was sie ist. Mir wird vieles fehlen, aber die persönlichen Kontakte kann man dank Internet und sozialen Medien zum Glück auch pflegen, wenn man sich auf verschiedenen Kontinenten befindet.
Lisa musste ich nun leider alleine lassen. Da ich weiß, dass auch sie sich schon sehr freut, wieder zu ihrer Familie in die Heimat zurückzukehren, fiel mir das wirklich schwer. Sie begleitete mich schönerweise noch zum Flughafen, und nach einer langen Umarmung kam dann der schwerste Abschied. Da wir uns ja aber bald wieder im gleichen Land befinden werden, mache ich mir da nicht allzu große Sorgen, dass wir uns wiedersehen bald werden.
Rückblickend bin ich vor allem dankbar für all die Erfahrungen, die ich während meiner Zeit in Ukunda sammeln konnte. Ich werde die Zeit nie vergessen. Asante sana!

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Lisa in Kenia
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